Oktober 7, 2006...10:47

Bye, bye Deutschland!

Zu den Kommentaren

Wenn auch ein bisschen spaet.. bevor ich’s vergesse und hoffentlich nicht zu detailiert..

31.08′06 – Der Anruf..

Meine Schwester hatte mich geweckt.. iSt ist am Telefon. Ich bin natuerlich sofort ans Telefon und die Frau am anderen Ende der leitung war direkt mal sehr nett und hat mir gesagt, ich hab Glueck gehabt.. ich komme nach El Cajon, was ungefahr so gross ist wie Ulm. Also im Vergleich zu ner 300 Einwohner statt in den tiefen Kentucky’s. Sie hat gesagt, sie weiss nicht mehr, aber sie schickt mir die Info’s ueber die Gastfamilie in ein paar Minuten.

Nachdem sie aufgelegt hat, bin ich direkt auf Google.com und hab gesucht wo El Cajon liegt. War ne schoene Ueberaschung, es ist ein Teil von San Diego.

Danach bin ich mit Google Earth nach San Diego navigiert, und habe San Diego auf Wikipedia genauer untersucht. Alles in allem nur positive Sachen, sehr gutes Klima (immer so zwischen 20-25 Grad), schoene Altstadt, usw.

Sah alles sehr vielversprechend aus, die ganzen Bilder von San Diego z.B.

Ich bring hier nicht so ganz rueber, wie ich mich gefuehlt habe, als ich die Bilder gesehen habe.. kann man sich ja denken ;) wie auch immer..

Nach ner halben Stunde, kam dann auch die EMail mit den restlichen Informationen:

Sehr geehrte Familie Smolka,
hallo Martin,

wie telefonisch besprochen erhielten wir heute die Bestätigung über die Unterbringung in Kalifornien. Es handelt sich um eine Gastmutter, die sich schon sehr auf Martin freut. :-)

Die Informationen finden Sie nachstehend. Wie angesprochen könnten wir den nächsten Flug mit unserer Schülergruppe am 05.09. buchen. Wir haben zur Sicherheit einen Flug geblock, die Daten lauten:

SMOLKA/MARTIN MR
LH1351 05SEP STR-FRA 06:00 06:40 Uhr
LH 430 05SEP FRA-ORD 10:20 12:10 Uhr
UA 409 05SEP ORD-SAN 15:10 17:19 Uhr


Wie angesprochen möchten wir Sie bitten, uns im Laufe des Tages Bescheid zu geben, ob der Flug für Dienstag in Frage kommt. Spätere Flüge sind natürlich auch möglich, allerdings ist im Moment noch kein weitere / späterer Gruppenflug zustande gekommen, so daß die Flüge dann im Moment unbegleitet wären.

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße
iSt
Pamela Marx

We are pleased to provide a permanent placement for Martin Smolka. This is a single person placement. Martha works from home and is available to take the student to his activities. She enjoys being outdoors and being busy with activities as well as sight seeing. She loves to cook and hopes she can spoil Martin!

The Host is:
Martha *******
Address: *******
City, State, Zip Code: El Cajon, California
Home Phone Number: 619.966.****
Email address: *****

Occupation: Medical Transcriptionist
Interests: Reading/Piano/Outdoors/Beach/Church

The High School is: Grossmont High School
Address: 1100 Murray Drive
City, State and Zip Code: La Mesa, CA 91944

Please note: Many high schools in the U.S. A. do not grant diplomas to
exchange students, regardless of the student’s grade level and academic
performance. The student should not pressure the high school to grant a
diploma.

The Area Representative is: Karen
Address: **********
City, State and Zip Code: Spring Valley, CA 91977
Telephone: 619-*********

Regional Manager: Connie ********
Address: ************
City, State and Zip Code: Haslet, TX 76052
Telephone: 817.********

TRAVEL INSTRUCTIONS
Airport: San Diego, CA
Preferred Arrival Date: as soon as possible

Special comments or additional notes: Host Mom will greet student at the airport.

Also.. die Gastfamilie besteht nur aus einer, alleinstehenden Frau – was fuer mich ok war, kann man sich schliesslich aussuchen. Also wirklich viel wusste ich nicht.. aber egal, immerhin das Noetigste hatte ich schon mal.

Preferred Arrival Date: as soon as possible

Meinen die uebrigens wie sie es sagen.. Also ich konnte mir aussuchen ob (wir befinden uns immernoch am 31.8 btw) ich am Montag dem 4.9 (also 4 Tage spaeter) oder am Dienstag dem 5.9 Fliege mit einem begleiteten Flug fliege, oder spaeter die Woche unbegleitet.

Weil wir noch nicht so wirklich ausgestattet waren mit Koffern usw. und ich _unbedingt alleine fliegen wollte (Abenteuer und so ;) ) hab ich Mittwoch genommen. War alles kein grosses Diskutieren, Frau Marx hat mir nur erklaert das es natuerlich einfacher in der Gruppe ist, aber es nicht so kompliziert ist, alleine zu fliegen. Wobei ein begleiteter Flug nur von Frankfurt – Chicago waere, von Chicago – San Diego bzw von Stuttgart nach Frankfurt waere ich sowieso alleine geflogen.

Der Flug war schnell gebucht und dann ging es ans packen.. es wurde viel sortiert, was nehme ich mit, was nicht.. vorallem Kleidung, einfach weil viele Leute erzaehlt haben, wie viel billiger kleidung in den USA ist.

01-04.09′06 Stress….

Zusammengefasst: die naechsten Tage waren sehr viel Stress, vorallem die richtigen Koffer zu finden, war nicht einfach.
Die Frage war – 2 teure Koffer oder 2 guenstige. Letzendlich wurden es ein No-Name und ein Delsey. Kann mich leider nicht erinnern, wie viel sie gekostet haben.

Am Wochenden habe ich, nachdem ich es ein paar mal probiert habe, auch geschafft meine Gastmutter, Martha, anzurufen. (Caller ID ist ein riesen Mist, nur so neben bei) War eher kurz.. wir haben abgemacht, die Lebensgeschichten werden bei Ankunft ausgetauscht.

05.09′06 Und noch mehr Stress…

Meine Schwester ist ein paar Tage frueher zu unserer Oma, nach Berlin geflogen. Also bin ich mit meinen eltern am Dienstag nochmal durch die stadt.. paar schoene Bilder fuer meine Gastmutter machen.

Dann nochmal zum Italiener und ein letztes mal in’s Cafe Schwarz.

Und dann gings auch schon nach hause.. Koffer fertig packen, Essen machen (meine mutter ;) )

Ich muss sagen, noch war ich nicht wirklich aufgeregt.. naja ein bisschen vielleicht ;)

Ich musste mich irgendwie beschaeftigen.. wir wollten so um 2 los fahren. Also ich noch schnell die Computer so eingestellt , dass jeder dran rum-spielen kann und allen Leuten die Online waren noch bye bye gesagt. Das hab ich bisschen verpasst, hab quasi niemand bescheid gesagt, dass ich mich verdruecke – war aber auch wenig Zeit.

Irgendwann zwischen Mitternacht und den fruehen Morgenstunden ging es dann los,

auf nach Stuttgart (115 km).

Wir haben natuerlich grossen Puffer eingebaut, die Fahrt selbst war verblueffend entspannt, ich dachte, ich wuerde mir mehr Sorgen machen, ob ich etwas vergessen habe (gutes Zeichen? warscheinlich nicht…)

Also gut das ich die Uhr fotografiert habe… offensichtlich war es 4 Uhr in Stuttgart. Mein Flug auf der Tafel ist:

LH 1351 Frankfurt 06:00 T1

In der Halle war alles noch schoen dunkel, wie draussen…

Dann haben wir noch bisschen Zeit tot geschlagen… das Uebliche, ein Croissant und Cafe. Cafe hab ich fett gedruckt, weil es mein treuer Begleiter war und auf dem Bild ist der erste, meiner Reise zu sehen ;)

Und zum Glueck sollte es der ekligste gewsen sein, flughafen eben. Dann war es auch recht schnell soweit, einchecken und Verabschiedung am Terminal.

Irgend eines, der verschwommenen Gesichter gehoert meinen Eltern. Dann ging alles sehr reibungslos, deutsches Sicherheitspersonal eben. Ich musste nichtmal meine Schuhe ausziehen…

Ich sag mal das Abenteuer hat begonnen, also kopfhoere auf, musik an und weiter durch die unendlichen Weiten des Stuttgarter flughafens. War natuerlich nur ein Scherz, super klein das Ding.

Durch einen unglaublichen Zufall bin ich auf jemand aus Heidenheim gestossen, der auch 1 jahr in die USA fliegt – nach Oklahoma City.

Wir haben dann den folgenden Weg mehr oder weniger zusammen bestritten.

Der Flug war nicht langweilig, ich hatte nur noch nicht das Gefuehl das es schon richtig los gegangen ist. Naja, das flugzeug war von Lufthansa – unerwartet unluxorioes, also echt nicht sonderlich schoen. Aber immerhin quasi leer, ich hatte ne komplette Bankreihe fuer mich, also Fuesse hoch, und iPOD auf Jack Johnson gestellt ;)

Eigentlich war der Flug kaum den Absatz wert.. es war Start – kaum oben – Landung.

Aber langsam kam das Gefuehl auf, auf dass ich so lange gewartet habe… alleine, quasi erwachsen, auf dem Weg ins wohl moeglicher Weise, groesste Abenteuer meines bisherigen Lebens ;)

Also raus in Frankfurt – auch keine grosse Sache, der Flughafen ist (im nachhinein) leicht zu durschauen. Ging alles sehr reibungslos. Die erste Muedigkeit hatte eingesetzt (und ich hatte noch grob 20-30 stunden vor mir) und ein weiterer Cafe musste her – gewohnt schlecht.

Nach einem recht kurzen Aufenthalt ging es zur Kontrolle (nichts ernstes) und dann in ein richtiges Flugzeug – 2-5-2 Sitze in einer Reihe, also sehr gross und lang. Hier wurde ich von meinem heidenheimer Mitstreiter durch Platzkarten getrennt und spaetestens nachdem klar war, dass das Videosysyem nicht funktionieren wuerde und mein Nebensitzer geistig ein eher bescheiden bestueckter Artgenosse ist, war klar – das wird ein sehr, sehr langer Flug… und dann noch nicht einmal ein Fensterplatz. Hat mir die Laune natuerlich nicht verdorben ;)

Die ansage des piloten war unglaublich – ganz klar ein amerikaner: ‘heeeeeeeeellllllllllllooooooo dear passengers, i wish you a wooooonnnnnderfull day, and i really appreciate that you’re in my plane today *giggle* the weather in Chicago is, of course, awesome ….

Also ne riesen Ansage, mehr gesungen, als gesprochen – aber es hat ein wunderbares Gluecksgefuehl ausgeloest und viele haben gelacht. War wirklich sehr nett.

Die ueberaschung kam schon nach ein paar Minuten – im Flugzeug wird Starbucks Cafe serviert, so zu sagen all-you-can-drink, also einmal kurz klingel und die Frau mit der Kanne kommt. Auch alle anderen Getraenke waren umsonst.

Als erstes, wurde Fruehstueck serviert. Das war mal so richtig schlecht. Stellte sich recht schnell heraus, dass ist das typisch, amerikanische Fruehstueck.. ich sollte es lieben lernen ;)

Waerend dem Essen Kopfhoerer in die Buchse und im, provisorisch reparierten, Videosystem ‘Inside Man’ eingestellt. Denzel Washington, gewohnt gut.

Ich weiss nicht was ich zusammen fassend ueber den Flug erzaehlen soll. Unheimliche Lange Weile, gepaart mit Schueben von Begeisterung und Muedigkeit. Dagegengehalten mit sinnlosen Filmen (Nacho Libre) und Cafe.

Ich hab mir dann aus lauter langen Weile willkuerlich Getraenke bestellt, mehr weil ich es lustig fand, dass die (genervte) Stuardes jedes mal kam, wenn ich den Knopf gedrueckt habe, als, dass ich wirklich Durst hatte. Da ich so gerne mit meiner neuen erungenschaft gespielt habe, habe ich natuerlich alles dokumentarisch festgehalten.

Ausserdem hatte ich Ginger Ale, Gin T****, ****** Marry, jede Variation von Pepsi und Cafe, mit saemtlichen Tueten Geschmack (Flavour). Warum Tomatensaft? Jeder kennt doch diese Statistiken, das Menschen Tomatensaft nur im Flugzeug trinken. Keine Ahnung, das war der Grund.

Hat sich alles ein bisschen gezogen.. und ich hab meinen Nachbarn nicht mehr ertragen (Ich: ‘Warum gehst du in die USA?’ Antwort: ‘Sauuffeeennn!’) also hab ich mich mit dem (schwulen) steward angefreundet.

Sehr gebrochenes Deutsch, aber trotzdem sehr nett. Seine Kollegin hat mir dann deutsche Wurst angeboten, aus Frankfurt die gegessen werden musste. Darf man ja nicht einfueren, in die USA.

Letzendlich hab ich den rest des fluges in der verhaeltnismaessig comfortablen stewardes suite verbracht, immerhin beinfreiheit. hier noch paar bilder aus dem fenster neben der toilette…

Dann sind wir auch ’schon’ gelandet.. alles sehr sanft und sauber, der pilot war also nicht nur lustig.

das tempo war schon ordentlich, dazu muss ich kurz erklaeren wie es mit dem gepaeck funktioniert.

Man gibt das gepaeck in Stuttgart auf, und checkt es bis San Diego durch. In Chicago (erster flughafen in den usa) nimmt man seinen koffer auf einem kofferband entgegen, und legt den koffer auf ein paar schritte entferntes kofferband – dient zur indentifizieung.

Ich hab alles in einem wahnsinns tempo erledigt, schnell von meinem treuen begleiter verabschiedet, zu den koffern _gerannt, auf das andere band gelegt und aus dem flughafen ausgecheckt. Der grund war ganz einfach – ich wollt nach chicago downtown, ich hab in meinem unendlichen selbstbewusstsein alle warnungen in den wind geschlagen und hab mich bis zu einem flughafen-zug durchgeschlagen.

Die menschen auf dem flughafen waren so freundlich – das hat mir quasi die traenen in die augen getrieben. Jeder hilft einem, jeder. Egal was man fragt, wenn man sagt man ist aus nem anderen land sprechen die sogar extra langsam (Danke!). Also haben mich ein halbes dutzend menschen zur ‘blue line’ navigiert, und ich bin ab nach chicago – downtown :)

Ich versuche es knapp zusammen zu fassen – unglaublich. Ich hab sowas noch nie gesehen, nicht vergleichbar mit irgendeiner stadt in der ich je war. Die leute sind schnell, und trotzdem freundlich, die strassen unheimlich sauber, die blumen unheimlich schoen und die gebauede unheimlich hoch. Ich war in dunkin donuts, buecherlaeden … ein paar plazas (aus den ich rausgeschmissen wurde -.- ), restaurants, … und ich hab eine menge leute fotografiert ;)

viel mehr bilder hier…

Ich bin nicht rum gerannt, ich bin sehr entspannt durch chicago gezogen.. und, im nachhinein muss ich zugeben – ohne jeden puffer zurueck zum flughafen. wenn da was schief gelaufen waere…. egal, ist nichts schief gelaufen und es hat sich gelohnt!

Wieder im flughafen war der chicago ‘flash’ recht schnell weg… und ich bin so muede geworden.. klar, nicht geschlafen seit laanger zeit.

an dieser stelle ein kurzes wort zum chicago ohare airport.. wie die stadt selbst, unvorstellbar fuer jemand der nicht da war. Man bewegt sich mit einem zug durch den flughafen.. das sollte schon alles sagen ;)

Ich weiss nicht warum.. aber die kontrolle in chicago war richtig hart. schuhe aus, socken aus, nachweisen das elektrogeraete funktionieren usw. mein geldbeutel ist dabei auch verschwunden.. naja, waren nur paar dollar drin und mein perso -.-

Das 3te flugzeug diesen tages war mal richtig eng.. hatte auch schon keine lust mehr, keine verfuegbare energie.. keien kraft, da hat nichtmal coffein geholfen. Wenn meine nebensitzerin nicht stur geschwiegen haette waers vll besser gewesen, so wars auf jeden fall richtig langweilig.. ich bin eingeschlafen, so ein schmerzhafter halbschlaf – vermutlich hab ich meiner nebensitzerhin auf die schulter gesabbert oder so, hat sie verdient.. – und als ich aufgewacht bin waren wir auch quasi schon in San Diego.

Also im halbschlaf raus aus dem flugzeug.. ehrlich gesagt kann ich mich kaum erinner was genau was, jedenfalls hab ich dann meine gastmutter, martha, direkt gefunden. Kurz vorgestellt, koffer gepackt, ab ins auto und ‘nach hause’ .. naja, war schon bisschen komisch….

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