Februar 16, 2007...10:11

病院 a.k.a keiner will den Deutschen behandeln

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Die Stadt Lakeside siehts wohl nicht so eng, mit Strassenbeleuchtung und Gehwegen. Das ist der Satz, den ich fuer Minuten vor mich hin murmel, wenn ich nach Sonnenuntergang Marilla Street entlang stolpere um nach hause zu kommen. Das darf man sich ungefaehr so vorstellen:

Abhang | Strasse |Abhang

Und taeglich gegen 5:30 bin ich dann hier:

Abhang | Strasse | Ich | Abhang

Letzteren tauschen gelegentlich die Position, wenn ich denn mal wieder in meinen lieblings Moccasins umknicke.

Mangels Beleuchtung ist genau das letzte Woche passiert, wenn auch unter anderen Umstaenden.

Das Ergebnis sieht man auf dem Bild links. Gemacht, nachdem ich in einem minuten langen Kampf versucht habe meinen Fuss aus dem Schuh zu bekommen.

Eine Woche habe ich gewartet und nachdem die Schwellung nach einer kurzen besserung wieder gekommen ist, bin ich ins Krankenhaus gegangen wurde ich gezwungen ins Krankenhaus zu gehen. Ich wollte einen Verband und ein bisschen Eis von der kleinen, asiatischen Schulkrankenschwester, die laechelnd Colleen angerufen hat. Sie musste natuerlich die Woerter ‚urgent‘ und ‚emergency‘ benutzen, als ob ich vor ihren Augen verblute.

Colleen, die nicht weit entfernt arbeitet, war sofort da und wir sind ins Sharp-Hospital gefahren, welchem uebrigens wirklich die Domain Sharp.com gehoert. Man sollte meinen das ein Japanischer Elektronik Gigant schneller ist als ein lokales Krankenhaus .

Wie dem auch sei, wir befinden uns immernoch in den Morgenstunden. Unseren ersten Anlauf mit mir, dem Austauschschueler ohne Versicherungsnachweis, haben wir bei der ‚Urgent Care‘ gestartet. Anlaufpunkt fuer jeden, der vergessen hat einen Termin zu machen. Dementsprechend ueberfuellt war es auch.

Ich wurde von einer gut beleibten Rezeptionsfrau zur naechsten geschickt, bis mir schliesslich eine ebenfalls wohlgenährte Asiatin klar gemacht hat, was ich ohnehin erwartet habe:

Mr. Smolka, I’m sorry we can’t threat you without confirmation of insurance

Nach dem laecherlichen, und zugegeben verzweifelten, Versuch einen Langstrecken Anruf ueber die Hausinterne Krankenhaus Leitungs her zustellen, sind wir dann auf Bitten der asiatischen Krankenschwester richtung Emergency Room los gelaufen.

Dort ging dann das Warten los, ich musste einem Dutzend Krankenschwester die spannende Geschichte von mir und dem Bordstein erzaehlen – was nicht ganz so schlimm gewesen waere, wenn die nicht alle gleich ausgesehen haetten, klein und vollschlank, gehuellt in ein dezentes Weiss. Ich kam mir vor als ob ich der selben Person die selbe Geschichte wieder und wieder erzaehlt habe.

Nach 2 angenehmen Stunden, in denen ich ueber das Krankenhausinteren Wlan Netzwerk angefangen habe diesen Artikel zu schreiben, wurde mein Nachname dann in einer interessanten Variation durch die Lautsprecheranlage gerufen.

Ich kuerz mein Erlebnis an dieser Stelle. Nachdem sie sich weiterhin quer gestellt haben, habe ich die Kreditkarte gezueckt und ploetzlich sass ich auf einem gemutlichen Bett. In den naechsten 2 Stunden wurde ich von Rigo, einem lustigen Mexikaner, geroengt. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und wer haette es gedacht, mein Gelenk ist ueberdehnt aber nicht gebrochen.

Mir wurde Ibuprofen, ein Schmerzmittel, verschrieben und eine Schiene gegeben. Das ganze war natuerlich mit einem 2-3 Wochen Sport Verbot verbunden.

Gernervt sind wir dann auf den Weg nach Hause, um schnell das Schmerzmittel abzuhohlen. Unsere Wahl fiel auf Rite Aid, die nachdem sie nickend mein Rezept entgegen genommen haben meinten, ich kann die Tabletten schon in 30-40 Minuten abhohlen.

Das habe ich bis jetzt nicht verstanden, was zum Teufel dauert 40 Minuten? Das Etikett mit meinem Namen zu drucken, oder sich umzudrehen und ins Regal zu greifen? Und warum drucken die ueberhaupt ein Etikett auf meine 30 weissen Pillen?

[Verschwoerungstheorie] Das Ziel der Wartezeit ist natuerlich, dass man sich mal umschaut und vielleicht sogar sinnvolle Produkte wie den, auf 40 $ gesenkten, riesen Plueschfrosch kauft, der einladend auf dem Foerderband an der Kasse sitzt. Ich haette es wissen sollen, als ich ihn grinsend durch das Schaufenster gesehen habe. [/]

Alles in allem war ich sehr enttaeuscht, dass das Krankenhaus sich so quer gestellt hat. Ich hoffe das wenn ich da mal blutend rein renne, die sich anders verhalten. Ich weiss allerdings nicht, wie ein Auslaender in deutschen Krankenhaeusern behandelt wird. Ich denke allerdings um einiges besser und vorallem schneller.

Das Album gibts hier, seit neustem bei Flickr. Meinungen zu Flickr und meinem Artikel koennt ihr gerne als Kommentar hinterlassen.

martin

2 Kommentare

  • Oha… ja, da haben’s die Amis nicht so mit. Bei Ärzten dauert das immer lange.. -.-’ Ich wünsch’ dir mal gute Besserung und hoffe für dich, dass die die Straße dann doch irgendwann mal beleuchten. ^^ ;)
    LG und ein schönes Wochenende,
    Janina

  • Danke, aber das mit der Strasse wird nichts mehr. Denn selbst wenn die Stadt beginnt Strassenlampen zu bauen, ist die Strasse in der ich sie brauche garnatiert die letzte.

    martin


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